Register Violine
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Eine besondere Herausforderung stellt die Anfertigung und Intonation des Registers "Violine" dar. Dabei handelt es sich um offene Pfeifen.

Im Gegensatz zu den gedackten Pfeifen (Pfeifen mit Deckel) ist bei gleicher Baulänge, der Ton eine Oktave höher. Darüber hinaus wird der Klang durch die Mensur (Maßparameter wie Länge, Weite (Verhältnis Querschnitt/Länge), Labienbreite (Verhältnis Querschnitt/Breite der Öffnung), Aufschnitthöhe (Verhältnis Höhe Öffnung/Labienbreite) bestimmt. In diesem Fall soll ein Klang entsprechend den Streichern erzeugt werden.

Durch die relativ geringe Bauhöhe der Drehorgel, erhalten einige Pfeifen eine Kröpfung. Die Pfeife sieht für den Laien wie ein Spazierstock aus.

Als endlich alle Pfeifen intoniert werden sollten, kam die Ernüchterung. Die meisten und besonders die gekröpften Pfeifen oktavierten. Der Grundton sprang in die höhere Oktave über. Es erinnert an die quietschenden Blockflöten im Musikunterricht in der Schule. Alle Rezepte aus den verschiedensten Quellen diesen Makel abzustellen, führten nicht zum Erfolg. Tröstend war die meist gefundene Aussage, dass diese Art der Pfeifen problematisch seien.

Anfang März 2007 stieß ich auf eine Seite von holländischen Drehorgelfreunden. Dort fand ich auf einem Foto das, was ich suchte: der Gavioli-Streichbart! Es ist eine Metallzunge, die in den austretenden Luftstrom am Aufschnitt ragt. Bei richtiger Anordnung wird der Strom derart beeinflusst, dass die Gefahr des Oktavierens beseitigt wird.

Der Erfolg ist beeindruckend. Die Klangfarbe mit den reichen Obertönen und der rauchigen Ansprache stimmt zwar zur Zeit noch nicht mit meinem Geschmack für eine Drehorgel überein, doch interessant ist sie allemal.

Die Kirchenorgelpfeifen aus dem vorher beschriebenen Experiment habe ich nun gegen Holzpfeifen getauscht. Somit ist die Drehorgel in dem gedachten und konstruierten Zustand.

Zum Schluß erhalten die Pfeifen selbstverständlich die nötige Oberflächenbehandlung. Vielleicht ersetze ich die jetzigen Stimmschieber aus Pappe gegen Messingbleche.

 

 

 

 

 

Nebenstehend ist die Abwicklung und der Anstellwinkel zu sehen.