Idee: TV aus der Meisenkinderstube

Ich suchte für mein Amateurfunk-TV eine Art Anruf- bzw Pausenfüller. Möchte ich zeigen, dass ich bereit bin mich mit anderen Funkfreunden per TV zu unterhalten, schalte ich normalerweise den Sender ein und präsentiere ein Standbild oder eine sich wiederholende Videosequenz, stets mit meinem eingeblendeten DL8OZ als Rufzeichen. Warum nicht mal eine Lifeübertragung?

Es war Frühling, ich half meiner Frau bei der Gartenarbeit. Zeit, die Gedanken abschweifen zu lassen. Die Schulzeit hinterlässt so manche Szene in den Gehirnwindungen. Ich erinnerte mich an einen Schulfilm, in dem ein Hamsterbau aufgeschnitten war. Man konnte so das Leben der Tiere beobachten und im Film festhalten. Später gab es eine Unmenge von ähnlichen und sicher auch besseren Beiträgen im Fernsehen.

Als ich den Auftrag erhielt, die Nistkästen für die zu erwartende neue Brut zu reinigen, war ein neues Projekt spontan geboren: eine Kamera sollte so in einen der Nistkästen platziert werden, dass ich nach Belieben die Vögelchen betrachten kann.

Ich suchte einen Nistkasten aus, der in den Jahren zuvor gut besucht wurde. Die Kamera war ausprobiert und bereit. Jedoch tat sich in dem ganzen Jahr nichts. Stets war der Kasten leer. Ich beschloss die Kamera im nächsten Jahr woanders einzubauen.

Es wurde Herbst, kalt und ungemütlich. Nur zum Spaß schaltete ich den Spion ein - und siehe da, eine Meise saß aufgeplustert, das Köpfchen unter einen Flügel gedreht und schlief tief und fest. Jeden Morgen und jeden Abend zur Dämmerung ging und kam es wieder. So verbrachte es die harte Zeit geschützt in ihren vier Wänden. Also war die Kamera nicht der Grund, warum der Nistkasten im vergangenen Jahr nicht angenommen wurde.

Wollen wir hoffen, dass es in diesem Jahr klappt. Die Vögelchen sind jedenfalls eingeladen. Habe ich da nicht schon einen Frühlingsboten angetroffen....?

 

 

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