|
Pianola restaurieren |
|
Anfänglich spielte das System nicht. Das Papier wurde zwar irgendwie transportiert, ab und zu auch eine Taste angeschlagen, aber mehr war nicht zu beobachten. Eine grobe Inspektion zeigte, dass das Balgensystem zur Luftversorgung für eine weitere Ausprobe in Ordnung war. Für mich schon ein Fortschritt, konnte ich doch gleich dazu übergehen, die offensichtlich undichten Verbindungsstellen der Hauptleitungen provisorisch zu dichten.
In der Tat erfolgte schon bald ein kleines Wunder. Töne erklangen in einer
Reihenfolge, dass man eine Melodie erkennen konnte. Das machte mir Mut
und ich begann alle Leitungen zu ersetzen. Daraufhin zeigten sich neue
Fehler, die vorher verdeckt waren und eine untergeordnete Rolle
spielten.
So nach und nach waren alle Leckagen an Verbindungen und Ventilbälgen beseitigt. Jetzt blieb noch eine Feinabstimmung aller Steuer- und Regelmechanismen übrig. Das Luftsystem ist abgestimmt auf einen bestimmten Unterdruck, der auf ein Niveau gehalten werden muss. Entsprechend arbeitet ein Regelwerk, das für eine konstante Transportgeschwindigkeit der Notenrolle sorgt. Weiterhin sorgt eine ausgeklügelte Abfrage an den Papierrändern, dass seitliche Schwankungen im Lauf des Notenbandes stets ausgeglichen werden. Die Folge wäre ein Anschlagen von falschen Tasten - eine fürchterliche Katzenmusik! Auch die Pedalerie, die normalerweise der Klavierspieler betätigt, wird über das Notenband an ein Ventil- Zylindersystem im Klavier weitergegeben.
|
|
|