Montage Violinen kröpfen


Offene Pfeifen sind bei gleicher Tonhöhe doppelt so lang wie gedackte Pfeifen. Das bedeutet für diesen Orgelbau, dass die gewünschte Höhe deutlich überschritten wird. Das Konzept sieht vor, dass man sehr bequem über die Oberfläche hinweg sehen kann, ähnlich bei einer größeren, professionellen Drehorgel, die auf einem Wagen steht.

Um das Ziel zu erreichen, mussten die Pfeifen gekröpft (abgewinkelt) werden. Bei offenen Pfeifen ist es ratsam, 2x 45° hintereinander mit einem entsprechenden Abstand die Pfeife zu winkeln. Selbstverständlich ist vor dem ersten Sägeschnitt die Zeichnung nochmals kontrolliert worden.

 

Es folgten zwei beherzte Schnitte mit der Gehrungssäge. Sauber senkrecht hat sie nicht gesägt. Alle Teile habe ich leider nochmals auf der Fräsmaschine egalisieren müssen.

 

Die Pfeifen sind ziemlich groß. Um der Klebung mehr Stabilität zu verleihen, habe ich mir bei Klaus Ospelt einen Schreinertrick abgeschaut.

Dazu wurden Nuten an jeder Verbindungsstelle eingefräst. Ein Füllstück mit entsprechendem Faserverlauf an dieser Stelle eingeklebt, verleiht der Verbindung durch die Leimflächenvergrößerung eine sehr hohe Festigkeit.

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Leimen und Putzen, kann man die Verstärkungseinlage an der Kröpfnaht nur schwach erkennen.

Alle gekröpften Pfeifen haben die gewünschte Höhe. Man kann die Gesamtabmessung der Orgel schon ahnen.